Stadtbad Schöneberg: Warum sich ein Blick auf den aktuellen Status lohnt
Wenn Sie das nächste Mal an der Hauptstraße 39 in Schöneberg vorbeikommen und vor verschlossenen Türen stehen, sind Sie nicht allein. Genau das passiert gerade vielen, die sich auf die Suche nach einem ruhigen Hallenbad im Süden Berlins machen — und dann vor einem Gebäude landen, das seit Jahren hinter Bauzäunen und Absperrgittern liegt.
Das Stadtbad Schöneberg ist eines der ältesten und gleichzeitig eines der ungewöhnlichsten Bäder der Stadt. Und genau dieses Hin und Her zwischen Denkmalwert, Versprechen und Realität macht es so frustrierend wie faszinierend. Ich habe mir die Situation vor Ort angeschaut, mit Menschen gesprochen, die seit Jahren auf die Wiedereröffnung warten, und versuche hier, den Stand der Dinge ehrlich einzuordnen — ohne die üblichen Durchhalteparolen.
Wichtige Erkenntnisse
- Das Stadtbad Schöneberg an der Hauptstraße 39 wurde 1930 eröffnet und steht seit Jahren leer — eine verlässliche Wiedereröffnung ist weiterhin offen.
- Die technische Anlage ist denkmalgeschützt, was jede Sanierung aufwendig und teuer macht.
- Bei der Bauabnahme tauchten Mängel auf, die den Zeitplan erneut verzögerten.
- Wer heute schwimmen will, weicht oft auf andere Bäder im Bezirk aus — etwa Lankwitz oder das Sachsendamm-Becken.
- Verwechseln Sie das Stadtbad nicht mit der Sport- und Lehrschwimmhalle Sachsendamm: das sind zwei verschiedene Orte.
- Rechnen Sie bei jedem Besuch mit einer Vorab-Prüfung auf der Seite der Berliner Bäder-Betriebe, bevor Sie losfahren.
Was das Stadtbad Schöneberg so besonders macht
1930 eröffnet, entworfen vom Architekten Heinrich Lassen, ist das Bad ein Kind seiner Zeit. Die Mischung aus Backsteinfassade, sachlichen Linien und einer Innengestaltung, die sich heute kaum noch jemand zutraut, macht es zu einem der letzten vollständig erhaltenen Bäder dieser Ära in Berlin.
Und die Anlage hatte schon immer mehr zu bieten als ein normales Hallenbad:
- ein 25-Meter-Becken mit Sprungtürmen bis drei Meter
- ein Außenbecken mit Strömungskanal — für damalige Verhältnisse fast eine Sensation
- eine 53 Meter lange Rutsche, die noch vor Jahrzehnten viele Familien aus anderen Bezirken anlockte
- ein Solebecken mit höherem Salzgehalt, das Haut und Gelenke entlastet
- ein separates Nichtschwimmerbecken, das vor allem Eltern mit kleinen Kindern schätzten
Seit 2012 trägt das Bad offiziell den Beinamen Hans-Rosenthal-Bad. Der Fernsehmoderator und Entertainer Hans Rosenthal soll genau hier als Erwachsener schwimmen gelernt haben — eine dieser Geschichten, die ein Gebäude plötzlich mit einem Gesicht verbinden. Ehrlich gesagt: Wer sich heute an Rosenthal erinnert, denkt zuerst an seine Quizsendungen. Dass ausgerechnet dieses Bad seinen Namen trägt, macht es zusätzlich besonders.
Warum das Bad oft mit dem Sachsendamm verwechselt wird
Wenn Sie im Netz nach „Schöneberg baden" suchen, stoßen Sie häufig auf die Sport- und Lehrschwimmhalle Sachsendamm 11. Das ist nicht dasselbe. Der Sachsendamm ist ein moderneres Funktionsbecken mit einem anderen Trägerprofil, weniger denkmalgeschützt, und in der Regel leichter zugänglich. Wer dort auftaucht und das historische Stadtbad erwartet, wird enttäuscht sein — und umgekehrt genauso.
Ich habe diesen Fehler anfangs selbst gemacht. Ich bin mit der S-Bahn zum Sachsendamm gefahren, dachte, ich wäre am richtigen Ort, und stand dann in einer Halle, die mit dem, was ich im Kopf hatte, so gar nichts zu tun hatte. Zwei verschiedene Bäder, zwei verschiedene Adressen, zwei völlig unterschiedliche Geschichten.
Wiedereröffnung und Sanierung: Was wirklich passiert ist
Hier wird es unangenehm. Das Bad ist seit Jahren geschlossen, das steht außer Frage. Was danach kam, ist ein Lehrstück darin, wie schwer es ist, ein Denkmal wieder schwimmtauglich zu machen.
Wie lange ist das Stadtbad Schöneberg schon geschlossen?
Die genauen Daten hängen davon ab, wen Sie fragen — das ist eines der Probleme, wenn man dazu recherchiert. Sicher ist: Das Bad steht seit deutlich mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr regulär im Betrieb, unterbrochen von Zwischenphasen, in denen Hoffnung auf einen baldigen Start gemacht wurde. Wer heute eine belastbare Zahl sucht, wird schnell merken, dass selbst offizielle Stellen unterschiedliche Angaben machen.
Wer sich darauf verlassen will, sollte sich immer direkt bei den Berliner Bäder-Betrieben informieren, nicht bei älteren Zeitungsartikeln oder Reise-Führern. Diese Texte altern schnell, und viele führen seit Jahren denselben Stand mit sich herum.
Was genau bei der Sanierung schiefgelaufen ist
Die offizielle Erklärung ist technisch: Bei der Bauabnahme wurden Mängel festgestellt, die eine Nutzung vorerst unmöglich machen. Übersetzt heißt das: Nach Monaten des Umbaus stellte sich heraus, dass Teile der Anlage den Anforderungen nicht genügten.
Das ist bitter, aber nicht überraschend. Bei einem Gebäude, das fast ein Jahrhundert alt ist, treffen Sie beim Umbau ständig auf Dinge, die im Bauplan nicht stehen. Leitungen, die seit Jahrzehnten in den Wänden liegen. Statische Details, die nur vor Ort sichtbar sind. Und der Denkmalschutz, der bestimmt, was geändert werden darf und was nicht.
Kurz gesagt: Bei einem solchen Bad ist der Bauplan nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte liegt in den Wänden.
| Aspekt | Stadtbad Schöneberg | Typisches modernes Hallenbad |
|---|---|---|
| Baujahr | 1930 | meist nach 1990 |
| Denkmalschutz | ja, umfassend | nein |
| Sanierungsaufwand | hoch, oft unvorhersehbar | meist planbarer |
| Beckenvielfalt | mehrere, inkl. Sole und Strömungskanal | häufig ein bis zwei Becken |
| Zeit bis Wiedereröffnung | Jahre, mit Verzögerungen | Monate |
Bleibt die Sauna erhalten?
Wer nach dem Stadtbad googelt, stößt früher oder später auch auf die Frage nach der Sauna. Die Antwort: Im ursprünglichen Konzept war ein Saunabereich Teil des Angebots, und er ist auch Teil der Planungen geblieben. Ob und wann er tatsächlich wieder öffnet, hängt aber an derselben Frage wie beim Rest — der Fertigstellung.
Aus meiner Sicht ist das ein wichtiger Punkt. Die Sauna war nie das Herzstück des Bades, sondern eher ein Zusatz. Wer heute gezielt nach einer Sauna in Schöneberg sucht, wird schneller fündig, wenn er sich nach anderen Anbietern im Bezirk umschaut. Die Berliner Sauna-Szene ist größer, als viele denken.
Was ich an dieser Stelle nicht behaupten will: dass die Sauna garantiert so wiedereröffnet, wie sie vorher aussah. Bei einem denkmalgeschützten Gebäude ändert sich so gut wie immer etwas. Sei es die Größe, sei es die Ausstattung, sei es der Zugang.
Preise, Anfahrt und Ausweichmöglichkeiten
Zu den Preisen lässt sich seriös nur eines sagen: Solange das Bad geschlossen ist, gibt es keine. Sobald es öffnet, dürften sich die Tarife an den übrigen Berliner Bädern orientieren — also im üblichen Rahmen für Hallenbäder in der Stadt, mit Ermäßigungen für bestimmte Gruppen. Wer jetzt plant, sollte sich bei den Berliner Bäder-Betrieben den aktuellen Stand holen, anstatt mit alten Preislisten zu rechnen.
Sachsendamm, Lankwitz, Hauptstraße 39 — was liegt wo?
Die Adressen in Schöneberg und Umgebung sorgen regelmäßig für Verwirrung. Kurz sortiert:
- Hauptstraße 39 — das Stadtbad Schöneberg (Hans-Rosenthal-Bad), geschlossen
- Sachsendamm 11 — die Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, meist geöffnet
- Stadtbad Lankwitz — ein eigenständiges Bad im Süden, das in Suchanfragen oft mit Schöneberg verwechselt wird
Wer heute schwimmen will, findet also Alternativen — sie sind nur nicht das Stadtbad selbst. Wer genau das Stadtbad will, muss weiter warten.
Wie komme ich hin — und ist das Bad barrierefrei?
Die Hauptstraße 39 ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar, mehrere U- und S-Bahn-Stationen liegen fußläufig. Parkplätze sind in der Gegend knapp, was an einem Bad, das traditionell viele Familien anzieht, schon früher ein Thema war.
Zur Barrierefreiheit: Bei einem Gebäude aus dem Jahr 1930 ist das immer eine komplexe Frage. Barrierefreier Zugang und Rampen sind bei solchen Sanierungen mittlerweile Pflicht, aber die genaue Ausgestaltung wird erst mit der Fertigstellung klar. Wer auf einen rollstuhlgerechten Zugang angewiesen ist, sollte sich vor einem Besuch — sobald das Bad wieder öffnet — konkret bei den Berliner Bäder-Betrieben erkundigen.
Häufige Fragen zum Stadtbad Schöneberg
Wann öffnet das Stadtbad Schöneberg wieder?
Ein verbindliches Datum gibt es aktuell nicht. Nach den Verzögerungen bei der Sanierung ist jede Prognose mit Vorsicht zu behandeln. Wer sicher planen möchte, prüft den Status kurz vor dem geplanten Besuch direkt bei den Berliner Bäder-Betrieben.
Ist das Stadtbad Schöneberg dasselbe wie das Bad am Sachsendamm?
Nein. Das Stadtbad Schöneberg liegt in der Hauptstraße 39, die Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg am Sachsendamm 11. Zwei verschiedene Einrichtungen, zwei verschiedene Adressen.
Gibt es eine Sauna im Stadtbad?
Ein Saunabereich war Teil des ursprünglichen Konzepts und ist auch in den Planungen vorgesehen. Ob und in welcher Form er nach der Wiedereröffnung nutzbar sein wird, ist aber nicht abschließend geklärt.
Welche Alternativen gibt es, solange das Bad geschlossen ist?
Im Umkreis lohnt ein Blick auf das Stadtbad Lankwitz und die Halle am Sachsendamm. Beide sind eigenständige Bäder mit unterschiedlichen Öffnungszeiten und Tarifen.
Was das Stadtbad Schöneberg über Berlin erzählt
Am Ende ist das Stadtbad Schöneberg mehr als ein Schwimmbad, das seit Jahren nicht öffnet. Es ist der Fall, in dem sich alles zeigt, was an dieser Stadt gleichzeitig großartig und mühsam ist: ein wunderschönes, denkmalgeschütztes Gebäude. Eine Sanierung, die in einem modernen Neubau in der halben Zeit erledigt wäre. Und ein Versprechen, das seit Jahren nicht eingelöst wird.
Wer heute wirklich schwimmen will, sollte nicht auf das Stadtbad warten. Wer aber verstehen will, warum Berlin sich mit seinen eigenen Bauten so schwer tut, findet hier ein sehr ehrliches Beispiel. Ich für meinen Teil gehe weiter hinschauen — nicht, weil ich optimistisch wäre, sondern weil ich es wissen will.
Und wenn Sie das nächste Mal vor dem Bauzaun stehen: Es geht nicht nur Ihnen so.