Spandauer Forst entdecken: Die schönsten Wege und Seen im Grünen

Der Spandauer Forst ist Berlins größter Wald – und doch kennen ihn erstaunlich wenige. Was ihn so besonders macht, wann Sie ihn besser meiden und wie Sie prüfen, ob er gerade zugänglich ist, lesen Sie hier.

Spandauer Forst entdecken: Die schönsten Wege und Seen im Grünen

Der Parkplatz an der Schönwalder Chaussee, sieben Uhr morgens, ein Sonntag im Februar. Ich stehe da mit meiner Thermoskanne und stelle fest, dass ich nicht der Erste bin. Zwölf Autos stehen schon, und zwei Leute ziehen sich gerade ihre Wanderstiefel an, ohne ein Wort zu wechseln. So sieht der Spandauer Forst an einem normalen Wochenende aus. Kein Event, kein Spektakel. Einfach Berlin, das in den Wald fährt.

Und das ist tatsächlich bemerkenswert: Auf 1.347 Hektar liegt hier das größte zusammenhängende Waldgebiet der Stadt, im Nordwesten, direkt an der Grenze zu Falkensee und Schönwalde-Glien. Die meisten Berliner, mit denen ich spreche, kennen den Grunewald. Den Spandauer Forst kennen erstaunlich wenige. Was schade ist, aber auch ganz angenehm.

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Spandauer Forst ist mit rund 1.347 Hektar Berlins größter Wald und liegt im Ortsteil Hakenfelde.
  • Drei Naturschutzgebiete liegen im Wald, dazu ein Landschaftsschutzgebiet und ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet.
  • Der Eintritt ins Wildgehege ist frei, Spenden sind willkommen.
  • Feste Wege benutzen, Hunde anleinen: Das ist in den Schutzzonen keine Empfehlung, sondern Vorschrift.
  • Wer Ruhe sucht, kommt unter der Woche am frühen Morgen. Am Wochenende ab zehn Uhr wird es voll.

Spandauer Forst: gesperrt oder frei? So prüfen Sie es

Die Frage, ob der Spandauer Forst gerade frei zugänglich ist, taucht immer wieder auf, und sie kommt nicht von ungefähr. Es gab in der Vergangenheit Phasen, in denen Wege gesperrt waren: nach Stürmen, wegen Arbeiten an der Infrastruktur, und in besonders heiklen Fällen wegen Munitionsfunden aus dem Zweiten Weltkrieg. Spandau war 1945 stark umkämpft, und im Boden schlummert bis heute, was damals liegen blieb.

Ehrlich gesagt: Ich kann Ihnen keinen Live-Status geben, und jede Website, die das behauptet, ohne auf die offizielle Quelle zu verweisen, ist mit Vorsicht zu genießen. Was ich Ihnen sagen kann, ist der richtige Weg.

Wo Sie den aktuellen Status finden

Die Berliner Forsten sind der zuständige Landesbetrieb und veröffentlichen Sperrungen und Warnungen auf ihrer Website. Wenn Sie eine Tour planen, besonders nach einem Sturm oder im Winter, lohnt ein Blick dorthin, bevor Sie losfahren. Zusätzlich hängen an den Hauptzugängen Schilder aus. Ich habe mehr als einmal erlebt, dass ein Weg, den eine ältere Wanderkarte noch zeigt, inzwischen zugewachsen oder gesperrt ist.

Kurz gesagt: Der Wald ist in normalen Zeiten frei zugänglich, rund um die Uhr, ohne Eintritt. Aber „normal" ist ein bewegliches Ziel.

Welche Tiere gibt es im Spandauer Forst?

Die Antwort auf diese Frage ist der Grund, warum ich überhaupt angefangen habe, regelmäßig herzukommen. Ein Bekannter, der seit Jahren dort joggt, erzählte mir von einem Morgen, an dem er auf dem Weg zum Schweinehirten plötzlich drei Damhirsche vor sich hatte. Ich dachte erst, er übertreibt.

Welche Tiere gibt es im Spandauer Forst?

Er übertrieb nicht.

Säugetiere: mehr als nur Rehe

Der Spandauer Forst ist ein Mischwald mit eingestreuten Heideflächen, und genau diese Mischung macht ihn artenreich. Wer mit offenen Augen geht, hat gute Chancen auf:

  • Damhirsche – die auffälligsten Bewohner, oft in kleinen Trupps im Unterholz
  • Rehe, die man in der Dämmerung an den Waldrändern überrascht
  • Wildschweine – unangenehm nah, wenn man im Herbst querfeldein läuft. Tun Sie das nicht.
  • Füchse, die inzwischen ziemlich schamlos sind und sich von Spaziergängern kaum stören lassen
  • und mit etwas Glück Fledermäuse über den Feuchtgebieten

Vögel: das Teufelsbruch als Hotspot

Das Naturschutzgebiet Teufelsbruch mit seinen moorigen Flächen und den Rohrpfuhlen ist für Vogelbeobachter der interessanteste Teil des Waldes. Kraniche, Reiher, Spechte, Greifvögel. Ich hatte einmal das Glück, einen Eisvogel an einem der kleinen Gewässer zu sehen, und habe danach zwanzig Minuten lang nichts anderes mehr wahrgenommen. Vermutlich hätte man mich in dieser Zeit ausrauben können.

Wichtig: Diese Zonen sind nicht zum Durchqueren gedacht. Bleiben Sie auf den Wegen. Das ist kein Försterlatein – die Vögel brüten dort, und ein aus dem Weg getretener Trampelpfad reicht, um ein Gelege zu zerstören.

Gibt es im Spandauer Forst ein Wildgehege?

Ja, und es ist der Grund, warum der Wald an Schönwettertagen voller Familien ist. Das Wildgehege liegt am Rand des Forstes und zeigt vor allem heimisches Wild, das Sie sonst nur flüchtig zu sehen bekommen: Damwild, Rotwild, Schwarzwild. Für Kinder ist das ein anderes Erlebnis als jedes Buch über Waldtiere.

Gibt es im Spandauer Forst ein Wildgehege?

Eintritt, Kosten, was Sie mitbringen sollten

Der Eintritt ist frei. Es gibt keine Kasse, an der jemand steht und kassiert. Stattdessen finden Sie Spendenboxen, und ich finde, man sollte da ruhig einen Schein reinwerfen – die Pflege der Tiere kostet Geld, und ein kostenloses Angebot, das niemand unterstützt, verschwindet irgendwann.

Was Sie wissen sollten: Füttern ist nicht erlaubt. Nicht mit Brot, nicht mit Möhren, nicht „nur ein bisschen". Ich habe das einmal beobachtet, wie eine Familie einen ganzen Beutel Karotten in den Zaun schob, und der Kommentar eines anderen Besuchers war deutlich, aber auch richtig. Wenn Sie mit Kindern kommen, klären Sie das vorher. Ein hungrig aussehender Hirsch ist kein Argument.

Warum sagt man „Spandau" in Berlin?

Die Frage klingt banal, aber sie hat einen tieferen Grund, den viele nicht kennen: Spandau ist der einzige Berliner Bezirk, der schon vor Berlin eine eigene Stadtgeschichte hatte. Die alte Stadt Spandau, urkundlich erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt, war lange selbständig und behielt ihren eigenen Charakter, ihre eigene Verwaltung, ihr eigenes Selbstbewusstsein.

Warum sagt man „Spandau" in Berlin?

Wenn Berliner „Spandau" sagen, meinen sie deshalb etwas Spezifisches: einen Ort, der irgendwie dazugehört und irgendwie auch nicht. Ein bisschen weiter draußen, ein bisschen eigen. Der Name selbst geht vermutlich auf eine slawische Wurzel zurück, und was genau er bedeutet, ist bis heute nicht restlos geklärt. Ich habe da als Laie aufgehört zu spekulieren – in solchen Fragen gibt es erstaunlich viele Theorien und erstaunlich wenig Einigkeit.

Was bleibt: Der Spandauer Forst ist ein Stück dieser eigenartigen Randlage. Wald, der zur Stadt gehört und sie zugleich hinter sich lässt.

Planung für Ihren Besuch: Karte, Parkplatz, Route

Der Spandauer Forst ist gut erreichbar, heißt aber auch: er ist gut erreichbar. Wer an einem Sonntagmittag in guter Laune ankommt, wird unter Umständen enttäuscht.

Anreise und Parkplätze

Mit dem Auto fahren die meisten über die Schönwalder Chaussee oder über Hakenfelde an den Wald heran. Die ausgewiesenen Parkplätze sind an schönen Tagen früh belegt – spätestens gegen neun Uhr ist Schluss mit lockerer Auswahl. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert es etwas länger, ist aber machbar: Sie kommen über Spandau heran und laufen das letzte Stück.

Wer den Parkplatz sucht, sollte übrigens nicht kreativ werden. Seitenstreifen, Waldwege, Feldränder – das führt zu Ärger mit Förstern und oft zu einem Bußgeld. Ich habe einmal einen Kleinwagen gesehen, der sich in einem Forstweg festgefahren hatte. Der Fahrer war nicht glücklich.

Routen und Karte

Ein Klassiker ist der Rundweg NW15, „Durchs Teufelsbruch zum Schweinehirten", etwa sieben Kilometer und ungefähr zweieinhalb Stunden. Wenn Sie lieber eine größere Runde drehen, gibt es eine Zehn-Kilometer-Variante; der Höhenunterschied fällt mit rund zehn Metern praktisch nicht ins Gewicht, das hier ist flaches Gelände.

Für die Orientierung empfehle ich aus eigener Erfahrung eine gedruckte Karte oder eine Offline-Karte auf dem Handy. In manchen Ecken ist der Empfang dünn, und die Beschilderung ist an einigen Kreuzungen nicht so eindeutig, wie man sich das wünscht.

AspektDetails
Flächerund 1.347 Hektar, größtes Waldgebiet Berlins
LageBerlin-Hakenfelde, an der Grenze zu Falkensee und Schönwalde-Glien
Schutzstatusmehrere Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiet, Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzgebiet
KostenEintritt frei, keine Parkgebühr auf den ausgewiesenen Parkplätzen
Typische TourNW15, ca. 7 km, ca. 2,5 Stunden
BesonderheitWildgehege mit heimischem Wild

Was ich vorher gern gewusst hätte

Ein Fehler, den ich gemacht habe: Ich bin im Frühjahr mit Laufschuhen losgezogen, nach tagelangem Regen. Nach zwei Kilometern war ich mit dem Weg beschäftigt und nicht mit dem Wald. Wanderschuhe oder zumindest ordentliche Sohlen, gerade wenn Sie die weniger befestigten Pfade nehmen wollen.

Der zweite Punkt betrifft die Zeiten. Zwischen zehn und sechzehn Uhr an einem Sonntag ist der Spandauer Forst nicht mehr still. Wenn Sie ihn so erleben wollen, wie er eigentlich ist – mit Nebel zwischen den Bäumen, einem Specht in der Ferne und sonst nichts – dann kommen Sie morgens, unter der Woche, im Nieselregen. Ich weiß, das klingt wie ein Ratschlag von jemandem, der seine Ruhe haben will. Aber genau das ist es auch.

Und vielleicht der wichtigste Punkt: Nehmen Sie sich die Zeit, das Teufelsbruch nur von außen anzuschauen. Es ist verlockend, näher heranzugehen. Tun Sie es nicht. Der Moorboden ist empfindlicher, als er aussieht, und er trägt sich nicht in einem Jahr wieder davon.

Wer den Spandauer Forst als Kulisse für ein schnelles Naturerlebnis begreift, wird enttäuscht sein. Er ist ein Wald, der Geduld verlangt. Aber wenn Sie ihm diese Geduld geben, gibt er Ihnen etwas zurück, das in Berlin selten geworden ist: das Gefühl, für eine Stunde wirklich draußen zu sein.

Was mich bis heute wundert, ist nicht, wie groß dieser Wald ist. Es ist die Frage, warum die halbe Stadt immer noch in den Grunewald fährt, während hier am Rand von Spandau die Hirsche durch das Unterholz ziehen. Vielleicht ist das eine Frage der Gewohnheit. Und vielleicht ändert sich das ja irgendwann.

Stefan Koch
AUTOR

Stefan Koch arbeitet seit über zwölf Jahren als Journalist mit den Schwerpunkten Babys erstes Jahr, Erziehung und Familienleben. In dieser Zeit veröffentlichte er Ratgeberbeiträge und Reportagen zu Themen wie Schlafrhythmen von Neugeborenen, Geschwisterdynamik sowie altersgerechte Förderung von Kleinkindern. Sein Interesse gilt dabei der Darstellung alltäglicher Herausforderungen und praktischer Lösungen im Familienalltag.

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